Hier lässt Greven mit der „Scheunengesellschaft“ einen Teil des inneren Baudenkmals, nämlich die fast 11 Meter lange und ca. 5,50 Meter breite, dreigeteilte, zweigeschossige Scheune, zur Geltung kommen.

Da die Identifikation mit dem Rheinland gerade hier in der Eifel besonders stark ausgeprägt ist, wählte der Künstler für sein Projekt den Titel „Die Scheunengesellschaft – Zu Gast im Rheinland“. In die Scheune, die jahrelang als Abstellraum gedient hatte, ließ Greven Menschen und Tiere einziehen, die seinen Lebenslauf mit geprägt und seine Künstleraktivitäten auf irgendeine Art beeinflusst haben.

Als dieses Baudenkmal aus dem 17. Jh. leer geräumt war, ging er an die Arbeit: Zuerst verwandelte er den offenen Scheunenraum mit Pappmachéwänden in 6 Zimmer. Diese eingezogenen ca. 2 Meter hohen Wände schafften zwar eine räumliche Intimität, ließen aber nach oben eine Sicht bis zum Dachfirst offen, so dass die herrliche alte Scheune als Ganzes erlebbar blieb. Die einzelnen Räume, das Gebälk der Scheune und des Daches, also der gesamte Innenraum der Scheune, wurde mit Lehmfarbe künstlerisch gestaltet. Die Wände wurden zum Teil mit Tier- und Pflanzenmotiven reliefartig verputzt und bemalt. Jetzt erst konnten seine neuen Bewohner in die individuell gestalteten Zimmer einziehen.

Zu Ehren seiner Gäste bekam jeder Raum einen Namen. Die lebensgroßen Personen der einzelnen Räume sind wieder wie alle anderen Figuren aus einem Pappmaché-Leimgemisch hergestellt. Sie sind farbig gestaltet und mit einer Öllasur überzogen und gewischt. Betritt man die Scheune, so gelangt man sofort in die Eingangspforte. Hier begrüßt der Wächter mit seinem Hund die Besucher und fordert sie auf, sich vorab an der reichgedeckten Tafel zu laben.

In der Hirtenhöhle ist es fast dunkel. Das Auge muss sich erst an das Dämmerlicht dieser Höhle gewöhnen. Dann aber erkennt man zwischen Steinen eine stehende männliche und eine sitzende weibliche Figur und ein Kind, ein Schaf im Vordergrund, Hahn, Kaninchen und Käfer und andere Tiere – alle aus Lehm gefertigt und sehr sparsam mit heller Lehmfarbe bemalt. – Beim Betrachten dieses Ensembles kann man sich bildhaft vorstellen, wie der Hirte mit seiner Familie und einigen Tieren Zuflucht (vielleicht vor einem Unwetter) in der Höhle sucht.

Nebenan in der Bauernstube wird gefeiert. An einem langen Tisch sitzen und stehen die Gäste und essen und trinken. Gerade wird eine Schüssel mit Kartoffelsalat nachgereicht. Das ältere Ehepaar auf der Bank im Hintergrund beobachtet das festliche Treiben mit sichtlichem Vergnügen.

Über eine Treppe gelangt man in das Rheinische Zimmer. Hier sind gerade der ehemalige Oberstadtdirektor von Köln, Kurt Rossa und die Kölner Kultschauspielerin Trude Herr in ein Gespräch vertieft. Die alte Dame, die strickend dabei sitzt, hört gespannt zu. Die drei Männer am Stehtisch prosten sich zu und kümmern sich nicht um das Gespräch. Es geht lebhaft zu, da wo sich die Rheinländer treffen.

Vor der Türe bietet der Grillmeister den Gästen noch Würstchen an.

Die Entdeckungstour geht weiter ins Musikkabinett, wo einige herausragende Persönlichkeiten der Musik versammelt sind. Beethoven sitzt am Klavier, Elvis Presley begleitet mit seiner Gitarre Ella Fitzgerald, die singend am Mikrophon steht. Louis Armstrong bläst in seine Trompete, Joseph Beuys schlägt die Becken dazu; und Marlene Dietrich wartet auf ihren großen Auftritt. Auch ein Eifeler Akkordeonspieler darf in dieser Runde nicht fehlen.

Der letzte Raum ist die Gästekammer. Hier ist wahrlich eine illustere Herren-Gesellschaft vertreten: In einer Gesprächsrunde finden wir: Mahatma Gandhi, Vincent van Gogh, Charlie Chaplin, Johann Wolfgang von Goethe, Bert Brecht, Rembrandt und Karl Marx.